Die Finanzierung des rund 35 Millionen Euro umfassenden Projekts erfolgt über mehrere Förderschienen und günstige Kredite.Für das Großprojekt rund um den Neu-, Zu- und Umbau des Einberger Schulzentrums ist ein wichtiger Schritt gesetzt: Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Finanzierungsvoranschlag einstimmig im Grundsatz beschlossen. Die derzeit veranschlagten Gesamtkosten liegen – inklusive Sicherheitspolster – bei rund 35 Millionen Euro.
Mehr Platz und neue Lernformen
Das Einberger Schulzentrum – bestehend aus den Volksschulen August Thielmann und Josef Schweinester sowie der Allgemeinen Sonderschule Walter Thaler – ist mit rund 800 Kindern und etwa 100 Lehrpersonen der größte Volksschulstandort Tirols. Steigende Schülerzahlen, eine in die Jahre gekommene Infrastruktur und neue pädagogische Anforderungen machen die Modernisierung notwendig.
Im Zentrum des Projekts steht ein neues pädagogisches Konzept: Künftig soll offenes Lernen stärker in den Fokus rücken – weg vom klassischen Frontalunterricht, hin zu individuellen Lernformen. Herzstück sind sogenannte Cluster: mehrere Klassenräume, die durch offene Lern- und Aufenthaltsbereiche miteinander verbunden sind. Geplant sind zudem ein neuer Essbereich, moderne Funktionsräume wie Turnsäle, Werkstätten und Musikräume, zusätzliche Garderoben, ein Neubau für weitere Cluster sowie die umfassende Sanierung der Bestandsgebäude.
Finanzierung auf mehreren Säulen
Die Finanzierung des Projekts basiert auf einem Mix aus Förderungen und langfristigen Darlehen. Bgm. Christian Härting (WFT) betonte, dass das Konzept bewusst breit aufgestellt sei: Man nutze alle verfügbaren Fördermöglichkeiten und kombiniere diese mit langfristigen Krediten. Zudem sei vorsichtig kalkuliert worden – inklusive eines Sicherheitsaufschlags, um mögliche Baukostensteigerungen und Indexanpassungen abzufedern. Ein wesentlicher Teil soll durch Förderungen des Landes Tirol gedeckt werden. So hat die Gemeinde Bedarfszuweisungen in Höhe von rund 12 Millionen Euro beantragt. Weitere 5,4 Millionen Euro sollen aus dem Infrastrukturfonds für Kinderbildung und Kinderbetreuung (IFK) kommen.
Den größten bereits fixierten Finanzierungsbaustein bildet ein Darlehen über 10 Millionen Euro aus dem Gemeinde-Investitionsfonds. Dieses bietet besonders günstige Konditionen mit einem Zinssatz von einem Prozent, einer Laufzeit von 30 Jahren und einem Rückzahlungsbeginn ab 2029. Die verbleibenden rund sieben Millionen Euro sollen über weitere Darlehen finanziert werden, sobald endgültige Klarheit über die Förderzusagen besteht.
Baubeginn ab 2027 möglich
„Das Gesamtfinanzierungskonzept steht auf soliden Beinen“, betonte Vize-Bgm. Johannes Augustin (NEOS) und somit könnten die Bagger im Idealfall im Sommer 2027 auffahren. Darüber zeigte sich auch Vize-Bürgermeister Klaus Schuchter (WFT) erfreut. Der Neu-, Zu- und Umbau sei ein entscheidender Schritt, um den Bildungsstandort langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.
Im Sommer 2027 sollen beim Einberger Schulzentrum die Bagger anrollen.